Es kursierte in letzter Zeit öfter das Gerücht, dass Mercedes Pläne schmiedet rund um die Elektromobilität, die weiter reichen als ein elektrisierter Smart. Nun wurde ein Vorbote vorgestellt für die kommende, exclusiv elektrische Submarke EQ. In Form eines sportlichen SUVs in der mittleren Gewichtsklasse kommt dieser Vorbote daher, und präsentiert mehr als nur sich selbst. Mercedes offenbart das Konzept seiner Elektromobilitäts-Offensive, die sämtliche Aspekte der Elektromobilität, auch ausserhalb des Fahrzeugs einschliesst.

Generation EQ, Exterieur, Studio ; Generation EQ, exterior, studio;

Mit dem Boom der Elektrofahrzeuge, den bis auf die asiatischen Automobilhersteller, so ziemlich alle viel zu lange verschlafen haben, kommt jetzt von Mercedes-Benz der Vorbote für die Offensive. Unter der Submarke EQ, dessen Name für „Electric Intelligence“ stehen soll, wird Mercedes ein Produktportfolio aufbauen dass sich gänzlich der Elektromobilität und ihrer unmittelbaren Umgebung verschreibt. Darunter fallen zahlreiche Fahrzeuge von der Kompakt- bis zur Luxusklasse, Lösungen zum Laden über Induktion und Wallboxen bis hin zur Batterie für das Eigenheim.

Die Fahrzeuge selber sind auf einem modularen Systembaukasten aufgebaut der speziell für die Anforderungen der Elektrofahrzeuge entwickelt wurde. Dieser Baukasten ist im Radstand, Spurweite, und in Sachen Systemkomponenten und Batterien variabel. Ein Multi-Materialmix aus Stahl, Aluminium und Carbon soll ein möglichst ideales Verhältnis aus Stabilität, Leichtbau und Kosteneffizienz ermöglichen.

Generation EQ, Exterieur, Studio ; Generation EQ, exterior, studio;Das Design ist recht futuristisch ausgelegt, und soll Sportlichkeit versprühen. „Seine Faszination liegt in der Neuinterpretation unserer Designphilosophie der sinnlichen Klarheit für eine avantgardistische, moderne und eigenständige Elektro-Ästhetik. Gleichzeitig offenbart das auf das Wesentliche reduzierte Design des visionären Showcars eine verführerische Progressivität.“ beschreibt der Leiter der Designabteilung, Gorden Wagener seine Kreation. Nicht zuletzt dank des „Kühlergrills“, das aufgrund mangelden Kühlbedarfs lediglich als Designelement fungiert. Sämtliche LIchtelemente der Front, inklusive des weiss beleuchteten Mercedessterns sind darin integriert. Dieser „Black-Panel“ Frontgrill wird womöglich als Erkennungszeichen für die EQ Fahrzeuge dienen.

Generation EQ, Interieur, fahrerorientiertes Cockpit, Instrumententafel mit schwebendem Widescreen-Display ; Generation EQ, interior, driver-oriented cockpit, instrument panel with large, floating wide-screen display;Auch im Innenraum wurden bewusst Lichtelemente platziert, die den Insassen zu einer Wohlfühlathmosphäre verhelfen sollen. Schon vor dem Einsteigen wird der Fahrer mit einer spezifischen Lichtstimmung begrüsst. Nach dem Einsteigen wechselt das Licht zu electric blue und auf dem Widescreen-Display werden relevante Informationen wie die Restreichweite und die möglichen erreichbaren Ziele angezeigt. Die Anzeigen für den Fahrer sind variabel, und zeigen je nach Situation die relevanten Informationen an. Die Inhalte kann der Fahrer individuell einstellen. Sämtliche Funktionen werden mittels Touchelemente bedient, bis auf die Sitzverstellung, die weiterhin ganz traditionell bedient wird.

Generation EQ, Exterieur, Studio, induktive Ladeplattform ; Generation EQ, exterior, studio, inductive charging platform;Der Elektroantrieb dieses Konzeptfahrzeugs leistet in der stärksten Ausbaustufe insgesamt 300kW. Mit den zwei Motoren an Vorder- und Hinterachse verfügt der Wagen über Allrad mit achsvariabler Momentverteilung. Bärenstarke 700Nm Drehmoment sorgen für Vortrieb, während die Reichweite, dank der im Fahrzeugboden angebrachten Lithium-Ionen Batterien mit einer Gesamtkapazität von 70kWh, etwa 500km beträgt. Die Batterien können per Wallbox geladen werden, und können dank des Schnellladesystems Combined Charging System sehr schnell geladen werden. Während momentan 150kW möglich sind, liegt das mittel- bis langfristige Ziel bei 300kW. Somit könnte ein Ladezyklus von etwa 5 Minuten für eine Reichweite von weiteren 100km reichen. Zusätzlich kann auch kontaktlos per Induktion geladen werden.

Zusätzlich wurde der Wagen mit den aktuellsten Fahrassistenzsystemen ausgestattet. Interessanter ist jedoch die Car-to-X Technologie die zur Austattung dieses Wagens gehört. Dieses System erlaubt es dem Wagen sich mit anderen Fahrzeugen und stationären Zugangspunkten zu einem Netzwerk zu verbinden, und Informationen zum Zustand der Strassen, der Wetterlage und weitere relevante Informationen auszutauschen. So kann ein Fahrzeug Fahrer nachkommender Fahrzeuge beispielsweise über eine rutschige Fahrbahn, oder ein liegen gebliebenes Fahrzeug warnen. Denkbar wäre auch ein Verkehrsflussmanagement, der bei aufkommendem Stau kontrolliert und gezielt Fahrzeuge umleitet.

Der Vorbote verspricht jedenfalls viel Gutes, und wir freuen uns sehr auf das was kommt.

 

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Manuel Senn

Chef-Redaktor
Gründer von Swiss Daimler Addict, im "früheren Leben" Berufsmusiker, nun freischaffender Motor-Journalist, Fotograf und Möchtegern-Youtuber. Verbringt am liebsten seine ganze Zeit mit Automobilen - insbesondere Mercedes - und schraubt für sein leben gern, auch wenn die Wurstfinger desöfteren im Weg stehen. Besonders die alten Schätze sind seine Leidenschaft, aber auch die jungen und frischen Sterne können für Begeisterung sorgen.
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