Die Familie der Affalterbacher GT Supersportwagen hat nun wieder Zuwachs bekommen. Gleich zwei AMG GT Roadster hat Mercedes auf dem Autosalon in Paris vorgestellt. In zwei verschiedenen Leistungsstufen kommen die Roadster daher, und unterscheiden sich in weit mehr als nur ihre Motorleistung. Während der AMG GT Roadster im Prinzip eine offene Variante des AMG GTs darstellt, hat der AMG GT C Roadster die Renngene vom schärfsten Bruder, dem AMG GT R geerbt.

Der AMG GT Roadster verfügt über einen 4-Liter V8 Motor mit Direkteinspritzung und Bi-Turbo Aufladung der 476 PS bei 6.000 U/min leistet, und über einen Drehzahlband von 1.700 bis 5.000 U/min 630 Nm Drehmoment an die Hinterachse überträgt. Die Gänge sortiert ein AMG SPEEDSHIFT DCT 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe. In der Konstellation beschleunigt der Roadster in 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 302 km/h.

Motor und Getriebe sind beim AMG GT C Roadster weitestgehend identisch, wobei der Motor 557 PS bei 5.750 bis 6.750 U/min leistet, und 680 Nm über das Drehzahlband von 1.900 bis 5.750 U/min stemmt. Während sein kleiner Bruder über ein AMG Sportfahrwerk verfügt, hat der AMG GT C Roadster ein AMG RIDE CONTROL Sportfahrwerk mit adaptiver Verstelldämpfung dass bereits aus dem AMG GT R bekannt ist. Ebenfalls aus dem AMG GT R stammt das aktive Luftregelsystem dass elektronisch gesteuert automatisch den besten Kompromiss aus reduziertem Luftwiderstand und bedarfsgerechter Kühlleistung umsetzt.

Der AMG GT C Roadster hat ebenfalls die Hinterachslenkung geerbt, die bereits dem AMG GT R zu einer besonders hohen Agilität bei gleichbleibender Stabilität verhelfen. Das Hinterachsdifferential des AMG GT C Roadsters ist elektronisch geregelt, während das vom AMG GT Roadsters mechanisch geregelt ist. Der Vorteil gegenüber des mechanisch geregelten Hinterachssperrdifferentials ist seine deutlich kürzere Reaktionszeit und die feinfühligere Regelung, was den Grenzbereich weiter nach oben setzt. Zudem verfügt er serienmässig über eine leichte Litium-Ionen-Batterie, der Innenausstattung Leder Nappa, dem AMG Performance Lenkrad und einem zusätzlichen Fahrprogramm Race.

Es gibt aber durchaus noch Gemeinsamkeiten. Da wäre beispielsweise das Stoffverdeck. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h lässt sich das Stoffverdeck in ca. 11 Sekunden elektrisch öffnen und schliessen. Das Verdeck ist mittels einer Magnesium-, Stahl-, und Aluminiumkonstruktion auf ein möglichst niedriges Gewicht getrimmt was zu einem möglichst niedrigen Schwerpunkt beiträgt. Ein integrierter Aluminium-Querträger mit Überrollbügeln dient als zusätzlicher Überrollschutz. Das Verdeck ist in den Farben schwarz, rot und beige erhältlich.

Aufgrund des Verlusts der Steifigkeit, was natürgemäss bei Cabriolets und Roadstern wegen des fehlenden Dachs eintritt, waren bei beiden Roadstern Massnahmen nötig um das zu kompensieren. Zum einen wurde die Rohbaustruktur mit stärkeren Seitenschwellern, und zusätzlichen Streben an bestimmten Stellen verstärkt. Zu Anderen kommt bei den Roadstern zu ersten mal ein neuartiger Materialverbund Namens SMC (Sheet Molding Compound), hier beim Heckdeckel zum Einsatz. DIeses Material ist besonders leicht, stabil und verfügt über eine sehr gute Oberflächenbeschaffenheit.

Auch der Innenraum lässt keine Wünsche offen. Obwohl Mercedes von der breitenbetonten Instrumententafel die wie ein kraftfvoller Flügel wirkt spricht, und auch die Sportlichkeit des Innenraums betont, so wirkt er doch recht luxuriös und edel. So sind auch erstmals die AMG Performance Sitze mit der Kopfraumheizung AIRSCARF erhältlich. Auch eine Premiere ist die optionale SItzklimatisierung bei heissen Sommertagen in drei Stufen Kühlung verspricht. Zwei Burmester Surroundsysteme, bei dem eines als High-End bezeichnet wird, sollen ein besonderes Klangerelebnis schaffen. Erwähnenswert sei hierbei das Bass-System, dass über eine Öffnung im hinteren rechten Radlauf die Bässe über den Rohbau überträgt, und damit den Wagen als Klangkörper nutzt.

Sowohl der AMG GT Roadster, als auch der AMG GT C Roadster wurden für 2017 angekündigt, und dürften pünktlich zum Frühjahr erhältlich sein. Die Preise dürften auch leicht über den ihrer geschlossenen Pendants liegen.

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Manuel Senn

Chef-Redaktor
Gründer von Swiss Daimler Addict, im "früheren Leben" Berufsmusiker, nun freischaffender Motor-Journalist, Fotograf und Möchtegern-Youtuber. Verbringt am liebsten seine ganze Zeit mit Automobilen - insbesondere Mercedes - und schraubt für sein leben gern, auch wenn die Wurstfinger desöfteren im Weg stehen. Besonders die alten Schätze sind seine Leidenschaft, aber auch die jungen und frischen Sterne können für Begeisterung sorgen.
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