MERCEDES-300SL-roadster-and-300-sel-63-at-saxony-classic-2013-photo-gallery-64749_1Im Paris EXPO porte de Versailles auf der Retromobile vom 3. bis zum 7. Februar ist Mercedes-Benz dieses Jahr wieder anwesend. Im Mittelpunkt stehen dieses mal elegante Cabriolets, und sportliche Roadster aus der bemerkenswerten Modellgeschichte.

Insgesamt sechs Fahrzeuge präsentiert Mercedes-Benz auf der ersten internationalen Fachmesse der Saison. Von den 50er Jahren bis zu den taufrischen Modellen dieses Jahres kann eine erlesene Auswahl bestaunt werden.

Mercedes-Benz 300 Sc (W188) – 1956-1958
Mercedes-Benz Typ 300 Sc Roadster (W 188 II). Von 1956 bis 1958 wurden nur 53 Exemplare gebaut. Zeichnung aus dem Prospektblatt von 1955.

Mercedes-Benz Typ 300 Sc Roadster (W 188 II). Von 1956 bis 1958 wurden nur 53 Exemplare gebaut. Zeichnung aus dem Prospektblatt von 1955.

Aus den 50er Jahren ist der sehr exclusive 300 S vertreten. Dieser war bei seiner Premiere im Salon de l’automobile de Paris im Oktober 1951 mit einem Kaufpreis von 36.500 DM das teuerste der deutschen Vertreter, und übertraf sogar seinen Zeitgenossen Mercedes-Benz 300 (W186) der damals das Aushängeschild der Marke darstellte und als Entwicklungsbasis für den Roadster diente. Zum Vergleich – Der Legendäre 300 SL (W198) wurde fünf Jahre später für 29.000 DM angeboten. Dieses zweitürige Modell wurde als  Coupé, Cabriolet oder Roadster angeboten. Das Roadsterwirkte ohne die typischen Sturmstangen am Verdeck sportlicher als sein 4-sitziges Pendant. Im grossen und ganzen waren die Modelle ansonsten identisch. Dank der innovativen Benzin-Direkteinspritzung konnte eine Mehrleistung von 25PS erzielt werden. Der Reihen-Sechszylinder-Motor erzielte aus 2.996 Kubikzentimeter Hubraum eine Leistung von insgesamt 175PS und ermöglichte dem Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 180km/h. Das ausgestellte Modell verfügte eine aus der Formel 1 entwickelte Eingelenk-Pendelachse. Diese Weiterentwicklung von 1956 wurde intern als 300 Sc bezeichnet. Mit nur 53 Exemplaren ist der 300 S mit Einspritzmotor ein sehr exclusiver, und seltener Klassiker.

Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W198 II) – 1957-1963
Mercedes-Benz Typ 300 SL Roadster (W 198 II, 1957 bis 1963), 1960.

Mercedes-Benz Typ 300 SL Roadster (W 198 II, 1957 bis 1963), 1960.

Als Weiterentwicklung des legendären 300 SL Flügeltürer-Coupés (W198), präsentierte Mercedes-Benz im März 1957 auf dem Genfer Automobilsalon den 300 SL Roadster. Technisch sind beide Fahrzeuge nahezu identisch. Lediglich der Gitterrohrrahmen wurde modifiziert womit es nun möglich war herkömmlich angeschlagene Türen, und somit auch ein klappbares Stoffverdeck einzubauen. Weiterentwickelt wurde auch die Eingelenk-Pendelachse mit tiefgelegtem Drehpunkt. Diese wurde im 300 SL Roadster erstmals um eine Ausgleichsfeder ergänzt. Ab 1958 is auf Wunsch auch ein festes Coupé-Dach erhältlich. Dieses Modell stellt also den Spagat zwischen dem kompromisslosen Seriensportwagen 300 SL, und dem komfortableren Reise-Roadster 190SL (W121) dar.

Ebenfalls aus einem Reihen-Sechszylinder-Motor mit Benzindirekteinspritzung schöpften die Ingenieure 215PS, womit der Wagen eine damals atemberaubende Höchstgeschwindigkeit von 250km/h erreichte.

Mercedes-Benz Tourensportwagen Typ 300 SLS (W 198), 1957

Mercedes-Benz Tourensportwagen Typ 300 SLS (W 198), 1957

Dem Serien-Roadster leiteten die Entwickler eine Rennsportvariante ab, den 300 SLS. Mit dem ist es Paul O’Shea  1957 gelungen die amerikanische Sportwagenmeisterschaft in der Kategorie D zu gewinnen.

Nach 1.858 Exemplaren lief die Produktion des 300 SLs 1963 aus.

Mercedes-Benz 280 SL (W 113) – 1968-1971

1998DIG411Mit der Baureihe W113 führt Mercedes-Benz die traditionsreiche Familie der Roadster fort. Der 1963 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellte Roadster verfügt über ein faltbares Stoffverdeck, und wird von Enthousiasten aufgrund des damals optional erhältlichen, nach innen gewölbten Hardtops auch „Pagode“ genannt. Die „Pagode“ gab es nur mit Reihen-Sechzylinder-Motoren. Neben dem 230 SL und dem 250 SL war der 280 SL das Topmodell dieser Baureihe, von dem ein Exemplar auf der Messe zu bestaunen sein wird. Der hohe Raum- und Reisekomfort wandelten den Charakter des SLs von „Sportlich“ und „Leicht“ eher zu „Sanft“ und „Lässig“. Dennoch erzeugte der mit 2.778 Kubikzentimeter Hubraum ausgestattete Motor ordentliche 170PS und erlaubten eine Höchstgeschwindigkeit von 200km/h.

Mercedes-Benz 280 SE 3.5 Cabriolet (W 111) – 1969-1971

Auch der 280 SE 3.5 war das damalige Topmodell der Baureihe, die in der Karrosserievariante von 1961 bis 1971 produziert wurde. Technisch basiert der Wagen auf die 1959 vorgestellten W111 Limousinen die wegen ihres Design den Spitznamen „Heckflosse“ bekamen. Im W111 feierte eine neuartige Sicherheitskarrosserie mit Knautschzone ihre Weltpremiere die in allen karrosserievarianten umgesetzt wurde. Gleichzeitig wurde die das Design der Cabriolets leicht verändert. Die Kühlermaske wurde breiter, und niedriger und dafür die Motorhaube nach vorne abgeflacht. Mit einem neu entwickelten V8-Motor in Kombination mit dem serienmässigen Automatik-Getriebe, konnten besondere Laufruhe und Fahrleistungen eines Sportwagen miteinander verbunden werden. Aus 3.499 Kubikzentimeter Hubraum erzeugte der Motor 200PS.

Mit nur 1.232 gebauten Exemplaren gehört der 280 SE 3.5 nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den gefragtesten Cabriolets seiner Epoche.

Neues S-Klasse Cabriolet und SL Roadster
Mercedes-Benz SL 500. Brillantblau mit AMG Line. Mercedes-Benz SL 500. Brilliant blue with AMG Line.

Mercedes-Benz SL 500 (R231 – 2016)

Mercedes-Benz möchte auf der Messe natürlich auch zeigen dass die Ingenieure und Designer diese bemerkenswerte Tradition durchaus gebührend forsetzen können.

Eines der neuen Exponate ist der 500 SL der taufrischen Baureihe R231. Dieses Facelift trumpft mit neuester Technik und überarbeiteter Optik auf.

Mercedes-AMG S 63 4MATIC Cabriolet (A217)

Ausserdem wird das vollkommen neu entwickelte S-Klasse Cabriolet ausgestellt. Zum ersten mal seit der Baureihe W111 bietet Mercedes-Benz ein viersitziges Cabriolet der Oberklasse an. Gespickt mit den bahnbrechenden Neuerungen der S-Klasse Limousine gepaart mit einem offenen Verdeck, ist dieser Wagen, besonders wenn er von AMG scharf gemacht wurde, sicher ein würdiger Nachfahre dieser legendären Klassiker.

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Manuel Senn

Chef-Redaktor
Gründer von Swiss Daimler Addict, im "früheren Leben" Berufsmusiker, nun freischaffender Motor-Journalist, Fotograf und Möchtegern-Youtuber. Verbringt am liebsten seine ganze Zeit mit Automobilen - insbesondere Mercedes - und schraubt für sein leben gern, auch wenn die Wurstfinger desöfteren im Weg stehen. Besonders die alten Schätze sind seine Leidenschaft, aber auch die jungen und frischen Sterne können für Begeisterung sorgen.
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