Es soll jene Kunden geben, die eine viertürige Limousine haben wollen, die für den täglichen Einsatz taugen soll, es aber auch richtig krachen lassen kann. Das Design soll sportlich, und geschwungen wie ein Coupé sein. Vier Türen sind aber eine Grundvoraussetzung. Da kommt einen spontan der CLS in den Sinn, der erst kürzlich in einer neuen Version vorgestellt wurde. Dem Kunden geht der aber nicht weit genug in Sachen Sportlichkeit. Dieser Kunde fuhr bisher einen Porsche Panamera. Nun gibt es aber auch etwas aus dem Hause Mercedes-AMG. Frisch vom Autosalon in Genf, und mit leistungsstarken V8- und Reihen-Sechszylinder Motoren kommt der neue Spross aus der AMG GT Familie : Der Mercedes-AMG GT 4-Türer.

AMG GT, nur grösser, und mit mehr Türen… und mehr Sitzplätzen.

Obwohl man sehr zurecht geneigt ist Parallelen zur CLS Baureihe zu ziehen, so ist der neue AMG GT 4-Türer doch eine Premiere. Es ist nämlich die erste 4-türige Eigenentwicklung aus dem Hause AMG, und lässt auch in Sachen Design keine Zweifel daran, dass es ein Mitglied der AMG-GT Familie ist.

Ganz im Rahmen der aktuell im Designteam von Mercedes und AMG herrschenden Philosophie der sinnlichen Klarheit, wurde das Design des AMG GT sorgsam für einen 4-türigen Sportwagen adaptiert. Markante, muskulöse Proportionen, konvexe Flächen, die lange Motorhaube mit den zwei Powerdomes, die bereits seit dem legendären 300 SL Flügeltürer für Leistung satt stehen, und das typische Heck mit den schmalen, grimmig schauenden Scheinwerfern und Rückleuchten machen die AMG GT Familie aus.

Verschiedene Exterieur-Pakete erlauben es dem Kunden Design-Akzente zu setzen. Das Night-Paket umfasst schwarz glänzende Zierelemente, während diese beim Chrom-Paket in Hochglanz-Chrom ausfallen. Zwei Carbon-Pakete umfassen Ausführungen von Sichtcarbon Zierelementen. Optional ist das Aerodynamik-Paket erhältlich, dass dem Fahrzeug mit zusätzlichen Funktionselementen in hochglanz Schwarz, den Jet-Wind in Silver-Shadow in der Frontschürze und einem feststehenden Heckflügel für mehr Sportlichkeit, und mehr Abtrieb sorgen. Mit dem V8-Styling Paket können auch die 6-Zylinder Modelle vom Design der V8 Modelle profitieren.

Der Alltagstauglichkeit kommen nicht zuletzt die weiteren Sitzplätze im Fond zugute. Wahlweise ist eine Variante mit asymmetrisch umklappbarer Rückbank und drei Sitzen, sowie zwei Varianten mit zwei Einzelsitzen verfügbar. Die High-Class Variante hebt den Fond des 4-türigen AMG GT auf das Niveau eine Business Limousine. Über einen berührungsempfindlichen Bildschirm in der Konsole zwischen den Einzelsitzen, können die Fondpassagiere unterschiedlichste Funktionen, von der Steuerung der Sitzheizung, der Klimaregelung, der Ambientebeleuchtung bis hin zu den Dynamikdaten des AMG-Menüs anwählen, steuern und abrufen.

Auch das Kofferraumvolumen kommt hierbei nicht zu kurz. 395 Liter Volumen stehen im Kofferraum unmittelbar zur Verfügung. Weitere 60 Liter verstecken sich unter dem Kofferraumboden. Bei umgeklappten Lehnen stehen sogar 1324 Liter zur Verfügung. Die relativ weit geschnittene Kofferraumöffnung macht das Ein- und Ausladen vergleichsweise angenehm. Optional ist eine HANDS-FREE ACCESS Funktion erhältlich, mit der sich die Heckklappe durch eine Bewegung mit dem Fuss unterhalb des Stossfängers öffnen lässt.

Das Cockpit bietet die gewohnte Hightech. Zwei 12,3 Zoll grosse Displays, die beim V8 serienmässig, und beim Reihensechszylinder optional erhältlich sind, dominieren das Armaturenbrett. In den verschiedenen Stilen „Classic“, „Sport“ und „Supersport“ lassen sich die auf den beiden Bildschirmen dargestellten Informationen individuell und je nach Fahrsituation einstellen. Beispielsweise lässt sich bei Reisen die Navigationskarte gross im Tacho einblenden, oder man kann sich eine G-Force Anzeige sowie ausführliche Motordaten einblenden lassen, wenn es sportlicher zu gehen soll. Im „Supersport“ Stil, werden zusätzlich umfangreiche AMG spezifische Informationen, wie eine aus dem Motorsport bekannte Aufforderung zum Hochschalten im manuellen Getriebemodus angezeigt.

Das AMG Performance Lenkrad hat derweil ein Update bekommen. Über Touch Control Buttons können verschiedene Funktionen intuitiv bedient werden. Ein optionaler berührungssensitiver Drehregler unterhalb der rechten Lenkradspeiche, bietet dem Fahrer die Möglichkeit diverse AMG Fahrprogramme anzusteuern. Im Drehregler ist zusätzlich ein kleiner farbiger TFT-Bildschirm integriert, auf dem das aktuelle Fahrprogramm angezeigt wird.

Weitere Displaytasten und kapazitive Schalter in der Mittelkonsole dienen zur Steuerung von Getriebelogik, Fahrwerk, ESP, Abgasanlage, Start-Stopp Funktion und Heckflügel. Mittels intuitiv verständlicher Symbole wird der Fahrer gezielt über den Zustand der Funktionen informiert. Ebenfalls neu sind die kapazitiven Schalter vor dem stilisierten V der Mittelkonsole, die über Näherungssensoren verfügen. Damit der Fahrer sich nicht unbequem von der Strasse abwenden muss, leuchtet bei Annäherung eines Fingers an einem der Schalter das entsprechende Symbol im Zentraldisyplay auf. Durch Drücken wird dann die entsprechende Funktion aktiviert, ohne dass sich der Fahrer vom Strassenverkehr abwenden muss.

Fährt wie ein AMG GT

Ein unmittelbares Problem dass sich bei der Entwicklung eines gestreckten Sportwagens ergibt, ist die Steifigkeit, die sich bei der Verlängerung automatisch etwas verliert. Mit modernen Analyse- und Simulationsmethoden konnten entsprechende Verstärkungen der Rohkarosse angewendet werden, um dem entgegen zu wirken. Die Steifigkeit des Vorderwagens wurde erhöht, um ungewollte Verwindungen um die Längs- und Querachse zu verhindern, und somit ein präzises Einlenkverhalten und eine genauere Rückmeldung an den Fahrer zu gewährleisten. Der Mittel- und Heckwagen wurde dank neuer Versteifungskonzepte in Verbindung mit modernen CFK-Werkstoffen ebenfalls stabilisiert. Mit weiteren Einzelmassnahmen wurde für eine möglichst hohe Querdynamik gesorgt. Vorderachse, Motor, Getriebe und Lenkgetriebe werden von einem steifen Integralträger aufgenommen.

Hand in Hand mit der Entwicklung der Rohkarosse, wurde das Fahrwerk auf eine möglichst hohe Agilität und Rennstreckentauglichkeit hin entwickelt. Das Fahrwerk des Sechzylinder Modells wird serienmässig mit Stahlfedern und einer Verstelldämpfung ausgestattet, während die die V8 Modelle auf einer volltragenden Mehrkammer Luftfederung AMG RIDE CONTROL+ fahren. Weitere Massnahmen für mehr Querbeschleunigung sind voneinander unabhängige Radführungs- und Federungselemente mit einer grossen Spurweite und einer Auslegung für grosse Reifenabmessungen. Dabei sorgt eine niedrige ungefederte Masse dafür, dass die Dämpfung möglichst feinfühlig arbeiten kann. Das Hinterachsgetriebe wird durch eine zusätzliche versteifte Aufhängung aufgenommen, um Geräusche und Vibrationen zu senken. Wie beim AMG GT R, senkt ein Querstabilisator aus Rohrmaterial das Gesamtgewicht der Hinterachse.

Noch ein Element der Hinterachse ist bedeutend für Dynamik und Traktion, nämlich das Differential. Beim AMG GT 4-Türer kommt ein elektronisch gesteuertes Sperrdifferential an der Hinterachse zum Einsatz, dass Inhalt des Dynamik Plus Pakets, und für alle Varianten optional verfügbar ist. Dank einer ausgefeilten Steuerung, wird der Schlupf am kurveninneren Rad unterbunden, wodurch der Fahrer mehr Bodenhaftung hat um früher und kraftvoller aus Kurven heraus zu beschleunigen. Zudem stabilisiert das Sperrdifferential das Fahrzeug bei Bremsvorgängen bei hohem Tempo, und erhöht die Traktion bei Beschleunigungen aus dem Stand.

Für noch mehr Traktion sorgt der serienmässige Allradantrieb AMG Performance 4MATIC+. Zwecks sportlicher Auslegung, wird die Hinterachse permanent angesteuert, und mittels einer elektromechanisch geregelten Kupplung variabel mit der Vorderachse verbunden. Je nach Fahrsituation, wird die bestmögliche Drehmomentverteilung laufend berechnet. Neben einer Verbesserung der Querdynamik, profitiert besonders die Beschleunigung von der deutlich höheren Traktion des intelligenten Allradsystems. Da auch der AMG GT 4-Türer seine Sportlichen Gene erhalten sollte, ist ein Drift Modus erhältlich, der in der S-Version serienmässig dabei ist. Im Fahrprogramm „Race“, kann der Drift Modus bei ausgeschaltetem ESP, und auf manuell geschaltetem Getriebe, eingeschaltet werden. Dabei wird die 4MATIC+ auf reinen Heckantrieb geschaltet.

Eine aktive Hinterachslenkung, die bei den V8 Modellen serienmässig, und beim Sechszylinder optional erhältlich ist, sorgt für noch mehr Agilität und Stabilität. Wie beim AMG GT R, lenken die Hinterräder bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h über zwei elektrische Stellmotoren in entgegengesetzter Richtung zu den Vorderrädern. Das sorgt für ein agileres Fahrverhalten, und einen kleineren Wendekreis. Über 100 km/h lenken die Hinterräder analog zu den Vorderrädern, was der Fahrstabilität zugute kommt. Bei Seitenkräften bauen sich hierdurch die Seitenkräfte an den Hinterrädern deutlich schneller auf, was die Reaktionen auf die Lenkbefehle, und den Grip auf der Hinterachse massiv erhöht.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei Sportwagen ist die Aerodynamik, die beim AMG GT 4-Türer an der Front nach dem Vorbild des AMG GT R ausfällt. Mit dem aktiven Luftregelsystem AIRPANEL kann der Luftstrom am Vorderwagen dank elektronisch gesteuerter Lamellen im Bereich der Frontschürze je nach Fahrsituation aktiv gelenkt werden. Bei geschlossenen Lamellen wird der Luftstrom um den Wagen herum gelenkt, sodass sich die Luft nicht in den Kühlern „verfängt“, wodurch der Luftwiderstand gesenkt wird. Das hat auch den Vorteil, dass der Motor in der Warmlaufphase schneller warm wird. Wenn der Kühlungsbedarf des Motors steigt, öffnen sich die Lamellen, und lassen mehr Luft durch die Kühler strömen.

Einem ähnlichen Prinzip folgt der aktive Heckspoiler. Bei schnellen Geradeausfahrten senkt er sich, um den Luftwiderstand zu senken, und damit eine höhere Endgeschwindigkeit zu gewährleisten. Sobald das System Querdynamik erkennt, stellt sich mehrstufig in eine steilere Position, um den Abtrieb an der Hinterachse zu erhöhen.

Wer noch mehr Abtrieb haben möchte, kann das optionale Aerodynamik-Paket dazu bestellen. Darin enthalten sind zusätzliche Flics, sowie ein vergrösserter Frontsplitter, der den Abtrieb an der Vorderachse und den Luftdurchsatz erhöht. Ebenfalls Teil des Pakets sind ein modifizierter Heckdiffusor, und ein Heckflügel, der wahlweise auch in Carbon-Optik erhältlich ist. Dieser Flügel lässt sich mechanisch verstellen, um das Fahrverhalten an verschiedenen Rennstrecken anzupassen. Das Paket soll den Anpressdruck an der Hinterachse erhöhen, ohne dass dabei der Luftwiderstand steigt.

Mehr als ein AMG GT unter der Haube

Selbstverständlich kommt der bekannte und bewährte AMG 4,0-Liter V8 Biturbomotor (M 178) zum Einsatz, der bereits im AMG GT, in anderen AMG Baureihen (M 177), auch in „zivilen“ Varianten von Mercedes Fahrzeugen (M 176), und sogar im Aston Martin DB 11 zum Einsatz kommt. Die auffälligste Besonderheit dieses Motors liegt im sogenannten „heissen V“, bei dem die Turbolader nicht aussen, sondern innen, im V des V8 angeordnet sind. Dies erlaubt zum einen eine kompakte Bauweise, zum Anderen ein spontaneres Ansprechen der Turbolader aufgrund der kürzeren Wege des Abgasstroms. Für den AMG GT 4-Türer kommen erstmals zwei Twin-Scroll-Turbolader zum Einsatz, die mit einer Wälzlagerung der Turbinenräder kombiniert werden. Dank der Wälzlagerung kann die Reibung auf ein Minimum reduziert werden, während die Twin-Scroll-Turbolader den Abgasstrom noch besser ausnutzen, was kombiniert zu einem nochmals verbesserten Ansprechverhalten des Motors führt.

Die S-Version des AMG GT 4-Türers, der AMG GT 63 S 4MATIC+, verfügt serienmässig über aktive Motorlager, die ihre Steifigkeit stufenlos an die jeweilige Fahrsituation anpassen können. Dies erlaubt eine deutlich höhere Spreizung zwischen Komfort und einer optimalen Steifigkeit für mehr Fahrdynamik. Im Rahmen des Dynamic Plus Pakets, sind die aktiven Motorlager auch für den AMG GT 63 4MATIC+ erhältlich.

Für den 4-türigen AMG GT konnte die Leistung des V8 Biturbomotors deutlich erhöht werden. Beim AMG GT 63 4MATIC+ leistet der Motor 585 PS und befindet sich dabei auf dem Niveau des AMG GT R, hat aber ein um 100 Nm höheres Drehmoment, nämlich 800 Nm. Der Spurt auf 100 km/h dauert 3,4 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 310 km/h. Die schärfere Version AMG GT 63 S 4MATIC+ leistet sogar 639 PS und ein maximales Drehmoment von 900 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert 3,2 Sekunden, und es wird eine Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h erreicht.

Ebenfalls die Effizienz wurde gesteigert. Die V8 Motoren verfügen über die Zylinderabschaltung AMG Cylinder Management, die im Drehzahlbereich zwischen 1.000 bis 3.250 U/min bei Teillast die Zylinder zwei, drei, fünf und acht deaktiviert, und den Kraftstoffverbauch verringert. Der Fahrer wird über die Funktion im Kombiinstrument informiert. Der Übergang erfolgt spontan, schnell und momentenneutral, ohne dass die Insassen irgendetwas davon merken.

Anders als bei den Geschwistern der AMG GT Familie, wird der 4-Türer ebenfalls als AMG GT 53 4MATIC+ erhältlich sein, mit einem hochmodernen Reihensechszylinder Motor. Aus 3,0 Litern Hubraum schöpft das Aggregat satte 435 PS und 520 Nm Drehmoment. Dieser Motor verfügt allerdings über einen EQ-Boost Startergenerator, der gleichzeitig als Anlasser und Alternator für das 48-Volt Bordnetz dient. Dadurch wird zum einen ein elektrischer Zusatzverdichter gespeist, der den Motor mit zusätzlichem Ladedruck versorgt, bis der Abgasturbolader in Schwung kommt, zum anderen fungiert der EQ-Boost Startergenerator als Elektromotor, der den Motor mit zusätzlichen 22 PS und 250 Nm Drehmoment unterstützt. Der AMG GT 53 4MATIC+ verfügt also über eine Systemleistung von 475 PS, und einem maximalen Drehmoment von 770 Nm. In 4,5 Sekunden gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h, der bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h reicht.

Bei allen Varianten kommt ein AMG SPEEDSHIFT 9G Getriebe zum Einsatz, der bei den V8 Modellen als MCT Ausführung, und beim Reihensechszylinder als TCT Ausführung ausfällt, die den jeweiligen Bedürfnissen der Motoren angepasst wurden. Bei den V8 Modellen kommt eine nasse Anfahrkupplung zum Einsatz, die Gewicht spart, und dabei das Ansprechverhalten optimiert. Dank einer sorgfältig abgestimmten Software konnten die Schaltzeiten extrem kurz gehalten werden. Schnelle Mehrfachrückschaltungen, und eine Zwischengasfunktion sollen dem Fahrspass zugute kommen. die RACE START Funktion sorgt für eine optimale Beschleunigung aus dem Stand.

Die Daten im Überblick

Mercedes-AMG GT 63 S 4MATIC+ Mercedes-AMG GT 63 4MATIC+ Mercedes-AMG GT 53 4MATIC+
Motor 4,0-Liter-V8 mit Direkteinspritzung und Biturbo-Aufladung 4,0-Liter-V8 mit Direkteinspritzung und Biturbo-Aufladung 3,0-Liter-R6 mit Abgasturbolader und elektrischem Zusatzverdichter
Hubraum 3982 cm3 3982 cm3 2999 cm3
Leistung 470 kW (639 PS) bei 5500-6500 1/min 430 kW (585 PS) bei 5500-6500 1/min 320 kW (435 PS) bei 6100/min + 22 PS EQ-Boost
Max. Drehmoment 900 Nm bei 2500-4500 1/min 800 Nm bei 2350-5000 1/min 520 Nm bei 1800-5800/min + 250 Nm EQ-Boost
Antrieb Permanenter Allradantrieb AMG Performance 4MATIC+ mit variabler Momentenverteilung und Drift Mode Permanenter Allradantrieb AMG Performance 4MATIC+ mit variabler Momentenverteilung Allradantrieb AMG Performance 4MATIC+ mit vollvariabler Momentenverteilung
Getriebe AMG SPEEDSHIFT MCT 9G AMG SPEEDSHIFT MCT 9G AMG SPEEDSHIFT TCT 9G
Kraftstoffverbrauch kombiniert 11, 2 l/100 km* 11,2 – 11,0 l/100 km* 9,4 – 9,1 l/100 km* X,X l/100 km
CO2-Emissionen kombiniert 256 g/km* 256 – 252 g/km*  215 – 209 g/km*
Effizienzklasse F F  D
Gewicht (DIN/EG) 2045 kg** / 2120 kg*** 2025 kg**/ 2100 kg***  1970 kg** / 2045 kg***
Beschleunigung 0-100 km/h 3,2 s 3,4 s  4,5 s
Höchstgeschwindigkeit 315 km/h 310 km/h  285 km/h

* Die angegebenen Werte (vorläufige Daten) wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die NEFZ-CO2-Werte i.S.v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. ** elektronisch abgeregelt **Leergewicht fahrfertig nach DIN ohne Fahrer; ***Leergewicht fahrfertig nach EG inklusive Fahrer (75 kg)

Zwei weitere Motorvarianten werden demnächst das Portfolio erweitern. Ab Herbst wird zunächst eine noch kleinere Variante unter den Namen AMG GT 43 sowie AMG GT 43 4MATIC+ erhältlich sein. Für 2019 wird die Zahl 73 wiederbelebt. Wahrscheinlich unter den Namen AMG GT 73 4MATIC+, wird das Topmodell mit über 800 PS die Strassen unsicher machen.

Jagd auf Porsche Panamera, und die kleinste Nische

Es ist eindeutig… nein, es schreit einen förmlich an, dass der neue AMG GT 4-Türer Jagd auf den Porsche Panamera macht. Einst als total hässlich verschrien, konnte der Panamera einen grossen Erfolg für Porsche verbuchen. In den Zeiten des modernen, aggressiven Marketings, lässt sich kein Grosskonzern es nehmen, ein Stück vom Kuchen für sich zu sichern. Ganz besonders ein Automobilhersteller, der seit über einem Jahrhundert für seine „Gran Turismo“ Fahrzeuge berüchtigt ist.

Wie Frau Britta Seeger, Vorstandsmitglied der Daimler AG und Verantwortliche für den Vertrieb für Mercedes-Benz-Cars, es bei der Präsentation auf dem Genfer Automobilsalon auch mitteilte, nachdem sie auf dem neuen G 63 AMG ausstieg, wird bei Mercedes aktuell Jagd auf die kleinste Nische gemacht. Vom Smart, bis hin zur Maybach S-Klasse soll der Kunde nahtlos das passende Auto für sich finden. Das kann einerseits ein Risiko sein, denn die Produktion so vieler verschiedener Modelle, in vielen verschiedenen Ausstattungsvarianten ist sehr umständlich, und kostet Geld. Auch die Entwicklung dieser Fahrzeuge verschlingt bei Mercedes traditionell sehr viel Geld. Man könnte auch befürchten, dass gewisse Baureihen sich gegenseitig kanibalisieren. So ist der neue AMG GT 4-Türer konzeptionell doch sehr nah am CLS. Beispielsweise ist auch der traditionsreiche SL mittlerweile umzingelt von Cabriolets aus dem eigenen Haus, die, mit Ausnahme des SLC (ehemals SLK) allesamt zwei Sitzplätze mehr bieten. Dann kommen noch die rein elektrischen Versionen hinzu. Allerdings sprechen die Absatzzahlen von Mercedes für den Erfolg dieser Strategie. Bei Mercedes jagt aktuell ein Rekordwert den anderen.

Mit dem AMG GT 4-Türer ist Mercedes-AMG jedenfalls ein starker, faszinierender und äusserst schicker Wurf gelungen… Wir persönlich sind sehr gespannt auf die noch stärkere 73er Variante.

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Manuel Senn

Chef-Redaktor
Gründer von Swiss Daimler Addict, im "früheren Leben" Berufsmusiker, nun freischaffender Motor-Journalist, Fotograf und Möchtegern-Youtuber. Verbringt am liebsten seine ganze Zeit mit Automobilen - insbesondere Mercedes - und schraubt für sein leben gern, auch wenn die Wurstfinger desöfteren im Weg stehen. Besonders die alten Schätze sind seine Leidenschaft, aber auch die jungen und frischen Sterne können für Begeisterung sorgen.
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