Ein Jahr nachdem Mercedes-Benz die Baureihe W 123 auf der in Südfrankreich gelegenen Rennstrecke Paul Ricard präsentiert hatte, wurde das Coupé der Baureihe, der C 123, am 17. März 1977 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt. Während sich das Coupé die Motoren, Technik, Austattung und das attraktive Aussenkleid mit seinen Baureihengeschwistern teilt, ist der C 123, im Gegensatz zu seinem Vorgänger C 114 „Strich-Acht“ Coupé, deutlich eigenständiger in Sachen Design und Karosserie. Der C 123 ist längst ein begehrter und zuverlässiger Klassiker und gehört zur erfolgreichsten Baureihe der Mercedes-Benz Geschichte mit 2,7 Millionen verkauften Exemplaren.

Die enge Verwandtschaft zu seinen Baureihengeschwistern ist unverkennbar. Allerdings hat Mercedes-Benz einige Änderungen vorgenommen, die den Coupé-Charakter dezent betonen sollen. Zum einen ist die Karosserie 4 Zentimeter niedriger und 8,5 cm kürzer. Auch wurde die Silhouette leicht verändert, indem Front- und Heckscheibe weiter geneigt wurden. Des Weiteren tragen fehlende B-Säule und voll versenkbare Seitenscheiben zum besonderen Coupé-Charakter bei. So hiess es vor 40 Jahren in der Pressemappe: „Das Ergebnis ist ein für den Betrachter gestreckter und dynamischer wirkendes Profil. Für die Insassen bedeutet dies hervorragende, durch nichts beeinträchtigte Sichtverhältnisse“.

Einige Karosseriedetails wurden den gehobenen Varianten der Limousinen 280, und 280 E entnommen. So bekamen die Coupés die rechteckigen Breitband-Scheinwerfer, verchromte Lufteinlassgitter vor der Frontscheibe und Chromleisten unter den Heckleuchten. Ab der Modellpflege 1982 waren die Lufteinlassgitter schwarz.

Die Sicherheitsmassnahmen der Limousine wurden weitestgehend auch beim Coupé übernommen. Aufgrund der fehlenden B-Säule wurde die Dachrahmenstruktur weiter versteift. Die stabilere Fahrgastzelle, die hochfesten Dachpfosten und die verstärkten Türen gehören ebenfalls zum Sicherheitspaket. Bei der vorderen und hinteren Knautschzone wurde auf eine kontrollierte Deformationsfähigkeit gesetzt, um die Energie eines Aufpralls gezielter zu absorbieren. Ebenso war das 1978 in der Baureihe W 116 als Weltneuheit vorgestellte Anti-Blockier-System (ABS) auf Wunsch auch in der 123er-Baureihe erhältlich. Ab Januar 1982 konnte auch ein Fahrerairbag bestellt werden.

Der C 123 war zunächst in drei Motorvarianten erhältlich. Das Basismodell war der 230 C (2,3 Liter Hubraum, M 115, 4 Zylinder, Strombergvergaser Typ 175CDTU, 80 kW/109 PS). Die Typen 280 C und 280 CE (beide 2,8 Liter Hubraum, M 110 und 6 Zylinder, einmal Doppelregistervergaser Typ Solex 4A1, 115 kW/156 PS bzw. Mechanische Benzineinspritzung Bosch K-Jetronic 130 kW/177 PS) markierten hierbei die goldene Mitte und das Topmodell. Im September 1977 wurde das Programm durch die Dieselvariante 300 CD (5 Zylinder, OM 617, 59 kW/80 PS) ergänzt. Das Modell diente dazu, den Flottenverbrauch für die USA zu senken, um den dortigen strengeren Verbrauchsgrenzwerten gerecht zu werden. Dementsprechend war der 300 CD dem Export in die USA vorbehalten. 1980 wurden die beiden Vergasermotoren aus dem Programm genommen. Der 230 C wurde durch den 230 CE ersetzt; prinzipiell derselbe Motor, nur mit einer mechanischen Benzineinspritzung, die bereits vom 280 CE bekannt war. Dank der Benzineinspritzung hat der 230 CE etwa 25% mehr Leistung (100 kW/136 PS), und einen geringeren Kraftstoffverbrauch. 1981 wurde der 300 CD durch den 300 CD Turbodiesel (92 kW/125 PS) ersetzt, war aber weiterhin nur in den USA erhältlich.

Nach gut acht Jahren und insgesamt 99.884 Einheiten endete die Produktion des C 123 im August 1985. 15.509 Einheiten wurden mit Dieselmotor ausgeliefert. Wer die Rarität der Baureihe sucht, wird zum 280 C mit Vergaser greifen wollen, mit 3.704 Einheiten.

Wir können uns vorbehaltlos der Aussage aus einem Prospekt von 1983 anschliessen: „Die Karosserieform des Mercedes-Coupés ist von zeitloser sportlicher Eleganz. Ohne Schnörkel, ohne modische Kurzlebigkeiten. Seine fließende Linienführung fällt ins Auge und ist doch mit größter Harmonie und Selbstverständlichkeit in das Gesamtbild des Fahrzeuges integriert.“

Schlussredaktion : Robert Bardorf

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Manuel Senn

Chef-Redaktor
Gründer von Swiss Daimler Addict, im "früheren Leben" Berufsmusiker, nun freischaffender Motor-Journalist, Fotograf und Möchtegern-Youtuber. Verbringt am liebsten seine ganze Zeit mit Automobilen - insbesondere Mercedes - und schraubt für sein leben gern, auch wenn die Wurstfinger desöfteren im Weg stehen. Besonders die alten Schätze sind seine Leidenschaft, aber auch die jungen und frischen Sterne können für Begeisterung sorgen.
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